„Hier riecht es aber ein wenig muffig auf dem Gang“. So begann Robert Müller-Grünow das Gespräch mit Klassen- und BWR-Fachlehrer Thomas Bartsch. Müller Grünow muss es wissen: Er ist Gründer und Geschäftsführer von SCENTCOMMUNIKATION.

Robert Müller-Grünow

 Scentcommunication, mit Sitz in Köln, entwickelt High Tech Duftkommunikations-Technologien, Duftspeicher-Medien und Duftkonzepte bzw. spezielle Düfte für Unternehmen und Marken. Beispiele sind Samsung, BMW und die Deutsche Bahn.

Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt ist die Duftentwicklung sowie die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten für Raumbeduftung, Entwicklung und Stärkung des Bekanntheitsgrads von Unternehmen und Produkten durch Duft und Aromen sowie die Marketingunterstützung von Produkten und Dienstleistungen mit dem Medium Duft bzw. Geruch.

 

Robert Müller-Grünow

Robert Müller-Grünow präsentiert sein Unternehmen SCENTCOMMUNICATION

Müller-Grünow: "Düfte wecken Erinnerungen und Wünsche, die uns und unser Verhalten beeinflussen. Düfte und Aromen erlauben uns unsere Umwelt und unser Umfeld sofort zu identifizieren. Riechen ist der einzige Sinnesreiz, der direkt mit dem limbischen System des menschlichen Gehirns verknüpft ist. In diesem Bereich entstehen Emotionen und Erinnerungen werden dort gespeichert. Düfte beeinflussen Entscheidungen instinktiv, da diese Informationen nicht rational gefiltert werden. Düfte haben unmittelbare Wirkung. Das Erinnerungsvermögen an Düfte ist ausgeprägter als an jeden anderen Sinnesreiz. Geruch hilft uns, Produkte voneinander zu unterscheiden und zu bewerten - mehr als jeder visuelle oder audiovisuelle Eindruck."

Nach der Unternehmenspräsentation stellte sich Müller-Grünow den Fragen der interessierten Schülerinnen und Schüler:

Wie sieht Ihre Arbeit genau aus? Welche Aufgaben hat eine Duftmarketing-Agentur?

R.M.-G.: Entweder arbeiten wir direkt am Produkt, etwa an Autos, wo wir die Marke mit einem passenden Duft stärken und versuchen, den Kunden auch auf der olfaktorischen Ebene anzusprechen. Oder es geht darum, das gesamte Erlebnis in einem Shop oder einem Hotel zu verbessern. Dazu müssen wir uns viele Fragen stellen: Was passt zur Marke, was passt zum Produkt, was passt zum Ort? Auch die anderen Marketingfaktoren sind wichtig: Welche Farben werden verwendet, welches Licht wird eingesetzt, wie ist die Architektur? Wenn all diese Fragen geklärt sind, machen wir einen Vorschlag für einen Duft.

Nehmen die Menschen denn wahr, dass sie besonderen Düften ausgesetzt waren?

R.M.-G.: Oft nicht, nein. Die Kunst ist es, einen Duft knapp an der Wahrnehmungsschwelle anzusiedeln. Der Duft sollte nicht als einzelner Faktor wahrgenommen werden, sondern als dezenter Bestandteil eines komplexen Designs. Zu aufdringlich sollte man nicht werden.

Gibt es einen Universalduft, der bei allen Menschen gut ankommt?

R.M.-G.: Vanille. Muttermilch schmeckt nach Vanille, und auch die Ersatzprodukte für Muttermilch. Deshalb sorgt Vanille bei den meisten Menschen für ein gutes Gefühl, fast jeder mag Vanille.

Riechen alle Menschen auf die gleiche Art und Weise?

R.M.-G.: Nein. Die kulturelle Prägung spielt auch eine Rolle. Ein einfaches Beispiel: In Deutschland steht Zitrusduft für Sauberkeit. Das machen sich ganz viele Hersteller von Putzmitteln oder Raumsprays zunutze. In Spanien hingegen ruft Chlorgeruch diese Assoziation hervor. Deshalb riechen spanische Putzmittel nach Chlor.

Wie viel kostet die Entwicklung eines neuen Duftes:

R.M.-G.: Das kommt ganz darauf an. So ab 35.000 Euro. Aber das hängt ganz davon ab, was das Unternehmen wünscht.

Am Ende resümierte Robert Müller-Grünow: „Das ist aber eine dufte Klasse!“

   
Montag, 24. Februar 2020
   

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